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Selbsgeschriebenes Part 1

Hey ein paar von euch hatten sich gewünscht das ich auch mal von mir selbst Geschriebenes    zeige. Hier kommt also ein Stück selbstgeschriebener Kurzgeschichte von mir. Seit gnädig mit mir und entschuldigt eventuelle Formfehler und es wäre super wenn ihr mir eure Meinung dazu in die Kommentare schreiben könntet.


Die Kathedrale der Bäume / Part 1

Lizzy rannte so schnell sie ihre Füsse tragen konnten. Der Wind sauste an ihren Ohren vorbei und das Gras unter ihren Füssen raschelte und knisterte. Der Geruch von Sommer lag in ihrer Nase, nach Blüten und frisch gemähtem Gras, leicht nach Kräutern und Grillwürstchen. Obwohl das ausgesprochen gut roch und es ein schöner sonniger Tag war, wünschte Lizzy sich ganz weit weg, suchte einen Ort der Ruhe und der Zuflucht. Einen Ort wo sie kein Geschrei, keine knallenden Türen und kein Schluchzen hören musste. Ein Ort an dem es einfach nur still war.

Dieses Frühjahr hatte es angefangen, zuerst mit immer lauter werdenden Vorwürfen ihrer Mutter und dann mit immer lauter werdenden Entgegnungen ihres Vaters. Sechs Monate. Mittlerweile redeten ihre Eltern nur noch miteinander, wenn sie sich dabei an schreien konnten oder jeweils einzeln mit Lizzy. Jedes gemeinsame Essen wurde zur Qual für sie. Erst redete ihr Vater mit ihr, fragte sie z.B. wie ihr Tag war während ihre Mutter dabei die Nase kraus zog und missbilligend guckte. Dann fiel sie meist ins Wort ein und sprach mit ihrer „Lizzy ist MEIN süßer Schatz“- Stimme und flötete irgend etwas ,was ihrem Vater ein schlechtes Gewissen machen sollte weil er ja den ganzen Tag arbeitete und keine Zeit für die Familie hätte. 
Lizzy fand es zum kotzen. Sie hätte gerne nur noch alleine auf ihrem Zimmer gegessen und dabei gelesen, sich in eine bessere Welt geträumt als sie zu Hause in der Realität auf sie wartete. 
In ihren Büchern war sie frei. Nachts träumte sie davon eine Protagonistin aus dem Buch was sie gerade las zu sein. Eine Kriegerin oder eine Zauberschülerin, eine heiss begehrte und beliebte natürlich. 
In Wirklichkeit fühlte Lizzy sich nämlich alles andere als heiss begehrt und beliebt. Sie fühlte sich klein und pummelig und ihre roten störrischen Haare fand sie auch nicht schön, hinzu kam noch das ihre Mutter sie mit 15 Jahren noch viel zu jung für Wimperntusche fand, aber sie hatte helle Wimpern! Helle! Und damit sah sie aus wie ein Freak mit viel zu kleinen Augen fand sie. Zu allem übel war ihre beste Freundin Amelie auch noch in den Ferien nach Lanzarote in ein irre tolles Feriencamp für Jugendliche geflogen und Lizzy hatte nicht mit fliegen dürfen. Ihrem Vater war es zu teuer gewesen und ihre Mutter hatte Angst gehabt das in diesem Camp schlechter Einfluss auf sie einwirken könnte. 
Pft, schlechter Einfluss das ich nicht lache, dachte Lizzy, schlechter als hier im Moment geht ja wohl nicht. Wie kriege ich es hin das meine Tochter für die Zukunft beziehungsunfähig gemacht wird, so könnte Lizzy ihren ersten Deutschaufsatz nach den Ferien nennen, dachte sie bitter.
 Zum Glück hatte sie ihn diesen Sommer gefunden. 
Ihren stillen Ort. 
Er war für sie zu einem sehr wichtigen Ort geworden, den sie wann immer sie die laute Enge zu Hause nicht mehr aushalten konnte aufsuchte. Hoffentlich blieb das Sommerwetter noch lange, sie wusste noch nicht wie das bei Regen aussehen würde.
 Ihre grüne Schutzinsel kam nun schnell näher je schneller sich ihre Beine bewegten, mit einem Wuschgeräusch tauchte sie zwischen die tief hängenden Äste und stand nun plötzlich in grünes Licht getaucht. Sofort klopfte ihr Herz langsamer und sie wurde ruhiger. 
Ihr Haus lag am Ende ihrer Straße , es stand einzeln umringt von Bäumen, was im Sommer sehr schön war, weil sie Schatten spendeten und es dann nicht zu heiss auf der Terrasse wurde. Hinter Lizzys Haus kam nur noch ein Feldweg und dann Wald, aber vor dem Wald lag noch eine grosse Wiese. Eine sehr grosse Wiese man hätte ein Bundesligafussballspiel mit Tribüne darauf stattfinden lassen können. Mitten auf dieser großen Wiese standen drei sehr große Bäume, es waren wohl Kastanien, Lizzy kannte sich da nicht so aus. Sie standen dort zu dritt zusammen in einem Dreieck. Zwischen ihnen war jeweils 5 Meter Platz vielleicht auch mehr, im Meter abschätzen war Lizzy auch nicht so gut. Sie fragte sich eh immer wieder worin sie eigentlich gut war. Die Bäume standen zwar weit auseinander aber im Laufe der Jahre waren sie so groß und hoch gewachsen und ihre Kronen so buschig geworden das sich ihre hochgewachsenen Äste ineinander verschlungen hatten und sie von weitem wie eine große grüne Insel aus der Wiese ragten, oder wie ein riesiger Brokkoli , aber Lizzy fand das klang nicht so schön. 

Wenn sie diesen Ort nicht vor drei Monaten entdeckt hätte als es Frühling wurde und die Blätter richtig zu sprießen begonnen hatten wer weiß was dann passiert wäre. Ich wäre vermutlich schon längst bekloppt geworden, dachte sie. Die letzten zwei Wochen war es besonders schlimm gewesen, ihre Mutter hatte wirklich ununterbrochen hinter ihrem Vater her gekeift sobald er nach Hause gekommen war. Ihr Vater hatte das ja eine ganze Zeit lang hingenommen , war schweigend durchs Haus gelaufen verfolgt von ihrer Mutter. Schließlich musste er es nicht mehr ausgehalten haben und hatte das erst beste gegriffen was ihm in den Weg kam, was ein Stapel Wäsche gewesen war. Er hatte ihn nach ihrer Mutter geworfen und obwohl Shirts und Pullover weich an ihr abgeprallt waren, waren die Fronten nun total verhärtet. Lizzy hatte das erste mal das hässliche Wort Scheidung laut durch die Wand gehört und nun war nicht mal ihre beste Freundin greifbar um sich auszuheulen. 
Da Lizzy kein super beliebtes Mädchen und dazu noch sehr schüchtern war, gestalteten sich ihre Ferien nun als ziemlich schwierig und sie war auf einsamen Posten. Sie kam sich verraten und verlassen vor obwohl sie wusste das es eigentlich albern war. Ihre Mutter und auch ihr Vater gaben sich Mühe wenn sie mit ihr alleine waren. Ihre Mutter wollte ständig mit ihr shoppen gehen und freute sich einen Ast ab wenn sie Lizzy wie eine Anziehpuppe neue Sachen in die Kabine reichen durfte. 
Ihr Vater nahm sie wann immer er Zeit hatte mit in die Garage, dort durfte sie ihm Schraubenschlüssel und Dichtungsringe anreichen während er ihr lustige Geschichten von der Arbeit erzählte und versuchte die alte Spühlmaschine zu reparieren. Ja sie hatten sich wirklich bemüht aber wenn sie zusammen in einem Raum waren ging es einfach gar nicht, Lizzy schien dann nicht mehr existent zu sein und es gab nur noch den jeweils anderen und seine Fehler. Du hast immer hier und das da und hin und her und wieder zurück wurde alles durchgekaut. Das Lizzy echt darunter litt schien keiner von ihnen beiden zu bemerken. Die Luft zu Hause schien ihr von dieser Atmosphäre des Streits völlig vergiftet und wenn Lizzy das Geschrei nicht mehr hören konnte ging sie nach draussen. 
Sie war fast immer draussen in letzter Zeit. Hatte Streifzüge durch den Wald hinter ihrem Haus gemacht, Eichhörnchen beobachtet, Kastanien gesammelt, am Bach gesessen und dem plätschern zugehört bis sie auf Toilette musste. Sie hatte einfach in der Sonne gelegen und  war Tagträumerreien nachgegangen, sich in ihrem Kopf Geschichten ausgedacht. Bei einem ihrer Streifzüge war Lizzy dann auf die drei Bäume gestossen. 

Wie eine riesige grüne Burg hatten sie mitten aus der Wiese geragt und einem plötzlichen Impuls folgend war sie durch die Büsche und die herunter hängenden Äste gekrochen und der erste Anblick hatte ihr einfach den Atem geraubt. Sie hatte sich sofort sicher und beschützt gefühlt und hatte selber nicht erklären können wieso das so war. Wie an einer unsichtbaren Schnur hatten die Bäume sie magisch angezogen nicht nur weil sie besondern schön waren, sondern weil sie eine unglaublich starke Anziehungskraft auf sie ausübten. 
Von da an war sie täglich an ihren neuen Lieblingsplatz gegangen und ihr war aufgefallen das sie die Baumkronen von ihrem Fenster auf dem Dachboden sehen konnte. Das war einfach phantastisch. Wenn sie zu Hause in ihrem Dachzimmer saß und die Stimmen von unten herauf schallten, konnte sie auf die Bäume schauen und wusste etwas festes in ihrem Leben war noch da. Die Bäume würden nicht einfach aufstehen und weg gehen. Sie waren gestern da, sind heute da und würden morgen auch auf sie warten.......

to be continued

Eure Paloma Pixel

dieser Text ist mein geistiges Eigentum und darf ohne meine Zustimmung nicht veröffentlicht oder vervielfältigt werden. All rights reserved by Palomapixel

Kommentare

  1. Hi du :)
    Also.. Alles in Allem find ichs schön soweit. Würde schon gerne wissen wies weiter geht. Familienstreitigkeiten hat ja fast jeder schonmal erlebt, also ein Thema für ziemlich jeden.
    Unter dem Titel hätte ich mir jetzt was anderes vorgestellt, bin aber nicht enttäuscht, eher überrascht. Einmal heißt Lizzy zwischendrin Libby ;) und manchmal hast du dich wiederholt, bei der Beschreibung der Baumgruppe. Würde lieber eine ausführliche Beschreibung machen, als 3 kleine, aber das ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.
    Das sind die Krümel die ich gefunden habe :D
    Hätte nicht erwartet, dass von dir eine solche Thematik kommt :)
    Finds angenehm und würde auch weiterlesen :)

    Grüße
    Ennovy

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    1. Juhu jemand hats gelesen freu freu;-) Keine Sorge der Titel passt schon der Fantasypart kommt noch ;-) Das mit dem Namen kommt daher das ich mich zwischen den beiden Versionen nicht entscheiden konnte und mich dann doch für Lizzy entschieden habe, habe wohl beim Korrekturlesen den anderen Namen dann vergessen zu ändern. Asche auf mein Haupt. Mit der Beschreibung der Baumgruppe bin ich auch noch nicht so zufrieden vielleicht schreib ich nochmal um dafür hat man ja Testleser im Internet ;-) Vielen Dank für deine Anmerkung ich hab mich wirklich sehr gefreut

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    2. Dann hoff ich mal, dass du uns irgendwann noch mehr zum Lesen gibst :) würde mich echt interessieren mit dem baldigen Fantasyteil :)
      Gerne :) finds schön, was von dir zu lesen ^^

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