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Rezension das Feuerzeichen



Dieses Buch beginnt mit einer düsteren Stimmung und es endet auch mit einer. Dazwischen passiert eine Menge aber irgendwie auch nicht. In einer Welt in der nur noch Zwillinge geboren werden nachdem eine schreckliche Katastrophe sie in ein Vorher und ein Nachher aufgeteilt hat. Die Katastrophe hat die Menschheit in mittelalterliche Zustände zurück geworfen. Nur noch wenige erinnern sich an ein Vorher und dieses ist verpönt. Ein Tabu. Die Zwillinge sind eine Folge der Katastrophe und auf eine ganz besondere Art und Weise verbunden. Einer von ihnen ist perfekt, der andere trägt einen Makel in dem sich die ganze Verseuchung der Katastrophe widerspiegeln soll. Stirbt einer der Zwillinge stirbt der andere auch. So teilt sich diese Welt in Alpha und Omega.

Cass und ihr Bruder Zack sind Zwillinge und doch sieht man keinem von beiden einen Makel an. Cass hat ganz besondere Fähigkeiten die man ihr von aussen nicht ansieht, die aber trotzdem ihren Makel darstellen. Ihr Bruder Zack ist ehrgeizig und rücksichtslos. Da ist Cass ganz anders. Er steigt schnell im Rat, dem herrschenden Gremium das Nachhers auf. Cass zieht in ein kleines Dorf zu anderen Omegas aber auch dort wird sie wegen ihrer Fähigkeiten gemieden. Nachts wird sie von schrecklichen Alpträumen gequält. Omegas sind nie wirklich frei den sie müssen hohe Steuern an die Alphas zahlen und werden von ihnen unterdrückt. Doch Cass will frei sein. Cass will etwas gegen die Trennung in Alpha und Omega unternehmen. Doch dafür muss sie gegen ihren größten Feind und doch auch einzigen Freund aus der Kindheit ankämpfen, ihren Zwillingsbruder Zack. Wie kämpft man gegen sich selbst ? Denn beide sind eine Seite der selben Medaille.

Das Buch startet mit einer verzweifelten Lage in die Cass gelangt ist und macht dann von dort aus einen Rückblick, um dann wieder in Cass Gegenwart zu springen. Es wird ausschließlich von ihrer Seite aus erzählt. Die Stimmung ist wirklich sehr düster doch die ersten Kapitel fingen mich gerade mit dieser Verzweiflung ein. Es herrschte bei mir ein so beklemmendes Gefühl auf Grund der schreienden Ungerechtigkeit im Buch das ich schnell weiterlesen musste, in der Hoffnung das nun etwas positives passiert und Cass sich irgendwie aus ihrer Lage befreien kann. Ich kann nur sagen ohne zu viel zu verraten es geht weiter und Cass sammelt auf ihrem langen Weg Freunde und Verbündete aber auch mächtige Feinde die ihr stark zusetzten. Ihre Fähigkeiten sind sowohl Fluch als auch Segen und retten sie einige Male vor dem sicheren Tod.

Die kleine Liebesgeschichte die mit eingeflochten wurde bleibt ein bisschen hölzern entwickelt sich dann aber andeutungsweise immer weiter und erinnerte mich ein Minimum an Romeo und Julia. Das aus dieser dann eine unterschwellige dreier Beziehung wird ist der Handlung geschuldet, denn sonst würde es logisch doch einen Knackpunkt geben. Damit die Story weitergehen kann und sich das Grüppchen um Cass formiert war diese nötig aber auch hier wird diese nur angedeutet. Im Vordergrund stehen ganz die Ereignisse des Nachher und eine Art Verschwörung die von Zack ausgeht. Einige Szenen in denen Cass und ihre Begleiter auf der Reise stundenlang durch die verwilderte und zerstörte Landschaft laufen, sorgen zwar für die gewisse Endzeitstimmung sind mir persönlich aber etwas zu lang geraten. Für den Inhalt der Story sind sie nicht wirklich relevant und dort hätte man für meine Begriffe auch kürzen können.

Die Idee mit den Zwillingen finde ich sehr einzigartig und verpackt zusammen mit der apokalyptischen Stimmung im Buch habe ich sie so noch nicht erlebt. Es wird zwar nicht beim Namen genannt, aber man geht doch automatisch von einer großen Atomexplosion aus, die alles verseucht und die Gene verändert hat. Der Schreibstil von Francesca Haig ist sehr düster und beschreibt auch die blutigen Szenen im Buch sehr gut. Die mittelalterlichen Bedingungen in denen die Menschen leben müssen, die Aufspaltung in eine zwei Klassen Gesellschaft von der eine sehr gut lebt und die andere halb verhungert. Das fehlen von jeglicher Technologie auf der einen Seite und der Missbrauch von dieser eigentlich verbotenen Sache auf der anderen. Das Konzept geht auf und ist gut durchdacht. Heraus gekommen ist eine gelungene Endzeitdystopie mit spannenden Elementen.

Zusammen mit Cass versucht man hinter Zacks dunkle Pläne zu schauen und muss herbe Verluste hinnehmen. Cass fühlt sich schuldig und es gibt wirklich wenig Lichtblicke. Als Leser kann man sich kaum von den schrecklichen Geschehnissen erholen, denn schon passiert das nächste. Ein paar Elemente zum schmunzeln wären deswegen für mich wünschenswert gewesen aber es ist kein heile Welt Buch und damit muss man klar kommen. Das  Ende ist für mich kein wirkliches Ende. Ich denke es wird von dort aus nahtlos an Band 2 angeknüpft werden, denn man steckt quasi noch mitten in der Handlung. Wirklich etwas erfahren oder viel schlauer als zuvor ist man trotz der Ereignisse im Buch auch nicht. Ich bin gespannt ob wir im zweiten Teil mehr Hintergrundinformationen bekommen. Francesca Haig verpackt alles immer sehr unterschwellig, zieht einen aber tief in die Geschichte so das die Seiten sehr kurzweilig sind.

Zum Buch erschienen im Heyne Verlag geht es hier*

Ich wünsche euch einen sonnigen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.


Rezension das Feuerzeichen

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