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Rezension 'Die Traumknüpfer'



Seit dem ich das Buch in der Verlagsvorschau gesehen hatte wollte ich es lesen. Nicht nur wegen dem für mich sehr anziehenden Cover, sondern auch das Thema klang wunderbar. Vollgesogen mit Fantasy, Magie und einer Story, die uns in das Land der Träume entführen sollte.

Das Buch entführt uns in die vier Jahreszeitenländer in denen immer Sommer, Herbst, Frühling und Winter herrschen. Jedes Land hat für sich ganz eigene Charakteristika genau so, wie seine Bewohner ganz besonders sind. Je nachdem in welchem Land man sich gerade befindet. Verbunden sind die Menschen der vier Länder über ihre Träume, die von der Traumknüpferin Udinaa gewoben werden. Halb Mensch, halb Göttin, wacht sie über die Träume der Menschen, doch sollte sie geweckt werden zerbricht ihr Traum in Abermillionen Splitter, die jedem Menschen der einen Splitter findet, göttliche Macht verleihen. Das bringt die vier Länder in tödliche Gefahr.

Nicht nur die Liebe und große Gefahren warten auf uns im Buch, es gibt jede Menge Kämpfe, Magie und zwei starke Hauptprotagonisten. Mit Kanaael und Naviia, eine männliche und eine weibliche, einmal der Sommer und einmal der Winter. Das Buch war wirklich ein gewaltiges Fantasyepos. Man wird beim lesen völlig in diese Welt eingebunden. Sie ist komplex, wohl durchdacht und kommt mit Ideen um die Ecke die nicht in jedem Buch zu finden sind. Besonders gut hat mir gefallen das es sich mal nicht um eine austauschbare Fantasystory, mit dem immer gleichen Ablauf von Problemen, Lösungen und Liebesszenen handelt. Die Geschichte die Carolin Wahl erzählt ist wirklich einzigartig und hat nichts mit heiler Welt oder übersinnlich guten oder machtvollen Protagonisten zu tun. Es geht eine Menge schief. Es sterben Figuren, Figuren die zuerst sympathisch waren entpuppen sich als Verräter und schlechte Figuren finden einen Kern Rechtschaffenheit in ihrem Innern. Naviia und Kanaael haben Ecken und Kanten, Fehler und Stärken. Das alles macht das Buch unglaublich lebendig. Die eigene Welt um die Träume und alles was damit zusammenhängt ist wunderbar magisch und lädt buchstäblich zum träumen ein. Das Buch ist also wirklich etwas ganz eigenes und hebt sich deutlich ab von der heilen Welt des Jugendbuch- und Fantasyallerleis.

Denn das Buch ist weit entfernt von Friede, Freude, Eierkuchen. Wer heiße Liebesszenen erwartet ist hier auch nicht richtig. Es gibt Liebesszenen, ja aber die sind ganz anders als man erwarten würde und führen uns hin zu anderen Handlungen, die uns wieder mitreißen. Man fühlt sich wie mitten in einem tosenden Meer und wird von seinen Gefühlen mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite gerissen. Mal hofft man, mal bangt man, mal ist man gar nicht einverstanden mit der Handlung und dann denkt man wieder, ja doch es kann nicht anders weiter gehen. Durch die Aufteilung der Kapitel aus den verschiedenen Blickwinkeln der Figuren, mal Naviia, mal Kanaael und dann auch noch andere, bekommt man das Gefühl von verschiedenen roten Fäden, die zusammen geführt werden, sich aber auch wieder trennen, überkreuzen und verknüpfen und so ein Netz ergeben was sich um die Geschichte der Traumsplitter und die vier Länder herum spinnt. Die Figuren geben alles um die vier Länder zu retten aber auch um ihre persönliche Bestimmung zu finden und Rache zu nehmen. Dabei müssen die Protagonisten weit über ihre Grenzen gehen und das ist nicht immer aus zu halten. Einige Szenen waren schon zum schlucken, aber sie machen das Buch auch so mitreißend.

Ich konnte keine Schwächen erkennen. Das Buch ist natürlich tiefste Fantasy, darauf muss man sich einlassen. Allerdings würde die Geschichte für mich sogar ohne die Fantasyelemente funktionieren. Die Geschichten von Naviia und Kanaael sind auch in sich interessant und ausgereift genug. Kanaael entführt uns zuerst in eine Geschichte aus tausend und eine Nacht. Zumindest fühlte ich mich daran erinnert. Während uns Naviia in den Winterlanden bei Schnee und Eis das erste Mal begegnet und man eher an blonde Nordmänner denkt. Carolin Wahl hat einen wunderbar ausgereiften und bildhaften Schreibstil, der die Geschichte besonders ausschmückt und mir gut gefallen hat. Er ist tiefgründiger als man es erwarten würde, überhaupt war an diesem Buch einiges anders als man es erwarten würde. Sie fängt ihre Protagonisten in einem starren Werk aus Konventionen und selbst auferlegten Bestimmungen ein, aus denen sie gezwungen von der Magie und den Umständen, ausbrechen müssen. Auf ihrem Weg müssen sie mit sich selbst, wie auch mit ihrer Umwelt, den Kampf Gut gegen Böse ausfechten und nicht immer gewinnt das Gute. Das Ende ist in sich geschlossen und sehr blutig und gibt uns nur noch einen kurzen Wimpernschlag auf glücklichere Tage preis. Auch das passt zum ganzen Buch und ich bin mit dem Ende zufrieden, eben weil es so gut in die Geschichte passt.

Wer mal wieder ein wirklich außergewöhnliches Fantasybuch lesen möchte und auch vor etwas härteren Handlungen nicht zurück schreckt, der ist hier genau richtig. Götter, vier Jahreszeiten, Magie, ein Krieg, zerbrochene Träume und Protagonisten die bis zur Selbstaufgabe kämpfen. Was will man mehr.

Zum Buch erschienen im Heyne Verlag geht es hier Die Traumknüpfer- Carolin Wahl


Ich wünsche Euch einen verträumten Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Rezension 'Die Traumknüpfer'

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