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Feuerstimmen - Christoph Hardebusch



Feuerstimmen wirkt auf den ersten Blick wie das typische Fantasybuch. Schon auf dem Cover finden wir den obligatorischen Drache. Doch in dem Buch steckt viel mehr als es zunächst den Anschein hat, was nicht nur am Autor Christoph Hardebusch selbst liegt. Denn er verbindet die Welt der Musik mit der Welt der Buchstaben und hat dadurch ein multimediales Fantasyepos geschaffen.

Seit Ewigkeiten liegt der 5te Drache vergessen von den Menschen auf dem Grunde des Meeres verborgen. Doch nun ist er erwacht und will alles Leben zerstören. Hass, Zerstörung und Finsternis will er über die Welt bringen. Die junge Königin Elena hat Angst um ihre Heimat. Sie versucht alles um ihr Volk zu beschützen und begibt sich pflichtbewusst, auf eine wahnwitzige Reise auf der Suche nach Hilfe, um ihr Volk vor dem finsteren Einfluss des Drachen zu beschützen Dabei trifft sie auf den Barden Aidan, der mit einer besonderen Gabe gesegnet ist. Diese könnte im Kampf gegen den Drachen den entscheidenden Unterschied machen. Doch Aidan führt bereits einen Kampf, gegen sich selbst.




Die Magie des Gesangs, könnte ein Untertitel dieses Buches sein, denn Christoph Hardebusch teilt darin seine Liebe zur Musik mit uns. Nicht nur das sein Hauptprotagonist ein vom Leben gezeichneter Barde ist, der nicht mehr singt. Jedes Kapitel hat auch eine extra Seite mit englischem Liedtext. Denn es gibt einen Soundtrack zum Buch. Zusammen mit dem Leadsänger der Band 'Van Canto', einer Vocal Metal Band, entstanden 14 Songs, die jeweils ein Kapitel beschreiben. Diese sind dann auch die Kapitelüberschriften. Man kann sich also zu jedem Kapitel den passenden Song anhören. Ich denke gerade für Leute die Hörbücher bevorzugen, noch einmal ein ganz anderes Erlebnis aber auch bei der Printausgabe transportiert uns die Musik noch einmal die ganz eigene Stimmung des Buches. Multimediale Erfahrungsmomente eben. Mich erinnert die Musik irgendwie an einen Mittelaltermarkt. Das passt aber auch zur mittelalterlichen Stimmung in den Städten und Dörfern des Buches, in denen Könige und Barone das Sagen haben. Elena ist eine auffallend junge Königin, der aber scheinbar alles mühelos gelingt. Obwohl sie so jung ist wird sie respektiert und ohne zu zögern, wagt sie sich an die schwierigsten Dinge, die ihr auch immer gelingen. Ihre Figur war schon ein kleines bisschen zu glatt. Ihre Leibwächterin die immer an ihrer Seite ist, wirkte da auf mich schon interessanter. Leider wurde sie bis auf die Darstellung als blitzende Kampfmaschine nicht weiter ausgearbeitet. Fand ich etwas schade.

Aidan gefiel mir als Figur aber auffallend gut. Auch sein bester Freund, der immer treu zu ihm steht egal was Aidan gerade anstellt, ist sofort sympathisch. Man kann Aidan's Gewissenskonflikt und seine Einstellung gut nachvollziehen. Er ist eher der Typ Vagabund mit gutem Herzen und natürlich wird ein bisschen zu vorhersehbar auf eine kleine Liebelei hingearbeitet. Das habe ich aber eher erwartet als das es mich gestört hat. Für mich gehört in jedes gute Buch auch eine kleine Lovestory. Hier finde ich es schön gelöst, weil beide Figuren sich gegenseitig unterstützen und sowohl ihre starken und schwachen Momente haben. Keine Figur steht auf einmal hinter der anderen zurück. Eine Liebesbeziehung bringt die Figuren in vielen Büchern ja gerade zu einer kernschmelzeartigen Abhängigkeit. Hier bleiben beide Figuren trotz der Liebe sie selbst und die Liebesgeschichte steht nicht im Vordergrund, sondern die Handlung des Buches. Denn es wartet noch jede Menge Kampfgestöber, sowohl an Land als auch im Wasser auf uns. An spannenden Kampfszenen hat Christoph Hardebusch jeden falls nicht gespart. Gerade am Ende war es doch schon fast leicht übertrieben, vor allem weil auch hier irgendwie klar war, dass man doch unsere Helden nicht sterben lassen kann. Es wird aber trotzdem gestorben, aber im Lesergemüt verträglichem Ausmaß.

Die Idee die vier Elemente einzubauen und Feuer, Wasser, Erde und Luft mit den Drachen zu verknüpfen war schön, aber ist jetzt auch nicht neu. Doch Hardebusch erfindet sozusagen ein fünftes Element, das der Harmonie. Wobei Harmonie hier nicht nur für weltlichen Gleichklang steht, sondern auch für die Harmonie des Gesangs. Denn hier müssen alle den richtigen Ton treffen und gemeinsam im gleichen Chor singen um die Welt zu retten. Schöne Idee, dabei spielen sowohl Geschlecht als auch Herkunft überhaupt keine Rolle. Auffallend im Buch war das gleichberechtigte Frauenbild. Es fanden sich sowohl Baroninnen in Herrschaftspositionen, als auch einfache Soldatinnen im Kampf. Das ganze beiläufig aber doch zufällig eingestreut. Das vermeintlich schwache Geschlecht kommt hier für ein Fantasybuch erfrischend stark weg. Eigentlich traurig das so etwas erwähnenswert ist. Das Buch hat also so einiges zu bieten und ist nicht nur in seiner Geschichte gleichberechtigt, es ist auch ein Buch das von beiden Geschlechtern gerne gelesen werden kann. Lesende Jungs wo seid ihr ? Hier lang, denn das hier ist auf alle Fälle auch was für euch.

Hardebusch hat aber auch seine Welt sehr sorgsam ausgearbeitet. Legt beim schreiben viel Wert auf die Geographischen Gegebenheiten. Bauwerke, Brücken, Felsen und Höhlen werden schön plastisch beschrieben damit wird es leicht in seine Welt einzutauchen. Darum findet sich auch eine Karte innen in der Broschur. Genau so einfallsreich ist die Beschreibung der Magie und der politischen Gegebenheiten in Elena's Herrschaftsgebiet. Hier wurde es doch sehr fantastisch. Quasi das gelobte Märchenland. Fast war ich enttäuscht das man von den Drachen selber dann nur einen Hauch zu sehen bekommt. Durch die wechselnde Sicht der Kapitel zwischen Aidan und Elena bekam man doch so einiges mit, was man aus der Sicht eines einzelnen sonst verpasst hätte. Das Buch braucht die Sichtweisen von beiden.



Zum Ende und dem sozusagen finalem Lied bekommen wir eine geradezu epische Beschreibung von Herz und Seele durchdringender Musik. Da hat sich ein Musikliebhaber mal so richtig ausgetobt und versucht mit leidenschaftlichen Worten die Musik die die Welt retten kann zu beschreiben. Ist ihm ganz gut gelungen.

Zum Buch erschienen im Piper Verlag, 488 Seiten : https://www.piper.de/buecher/feuerstimmen-isbn-978-3-492-70373-4

Ich wünsche euch einen musikalischen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.
Feuerstimmen - Christoph Hardebusch

Kommentare

  1. Hallo Vanessa,
    oh ... das Buch muss wohl rauf auf meine Leseliste! Ich hab schon von anderer Seite viel gehört aber irgendwie im Buchladen nie aktiv danach gegriffen. Ich mag high fantasy aber ich muss auch darauf Lust haben. Ja, schon schade, dass Gleichberechtigung auch in Büchern nicht so häufig vorkommt, wobei ich grundsätzlich finde, dass sich das Bild wandelt und die Diversifikation zunimmt. Ist eben ein langsamer Prozess, warum soll es in Büchern anders sein als im "wahren Leben" ...
    Viele liebe Grüße sendet
    Kati

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    1. Ja liebe Kati da hast du wohl recht. Ich freue mich über jedes Fantasybuch das in dieser Hinsicht gut geschrieben ist. Schön das ich dich ein bisschen begeistern konnte.

      LG Vanessa

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