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#Buchpassion Edition Lieblingsautor/in : Der Autor der das Fantasy Genre erschuf.





Dieses Jahr steht die Aktion #Buchpassion meiner Bloggerkollegin Kapriziös im Zeichen der Lieblingsautoren. Vom 29.09 - 01.10. werdet ihr auf vielen Blogs, Twitter und Instagram, Aktionen und Artikel zu diesem Thema finden. Ich bin dabei und schon selber sehr gespannt darauf, über was die anderen Teilnehmer so bloggen werden. Eine Liste der Teilnehmer findet ihr bei Kapriziös auf dem Blog. Eine weitere gute Gelegenheit Literaturliebe zu teilen.

Für mich gibt es nur einen Autor, den ich als DEN Autor bezeichnen würde, der einen der Grundsteine des Fantasy Genres legte und das ist J.R.R. Tolkien. Fantasy ist, wie ihr ja alle wisst mein favorisiertes Genre. Man muss ihn nicht mögen, aber dann muss man sich auf harte Diskussionen mit mir einlassen ;-) Den Herrn der Ringe und auch den Hobbit kennen wohl spätestens seit den Filmen von Peter Jackson alle. Aber wusstet ihr das Tolkien bedeutend mehr geschrieben hat als diese zwei Werke ? Das in jedem seiner Werke ganz persönliche Erfahrungen von ihm verarbeitet sind ? Hier kommt ein kleiner Endschlüsselungskurs zur Mythologie des J.R.R. Tolkien :




Ich werde hier keine Komplettbiografie von Tolkien wieder geben, dass kann man zu Hauf nachlesen. Mir geht es um die persönlichen Hintergründe und den Grundstein des Fantasy Genres und wie es dazu kam das Tolkien diese Welt : Mittelerde für uns entwarf. Ich beziehe mich dabei auf Internetrecherche Quellen und die Deutsche Tolkien Gesellschaft. https://www.tolkiengesellschaft.de

John Ronald Reuel Tolkien, was für ein Name. In Südafrika geboren aber eigentlich von britischer Abstammung. Er hatte einen Bruder mit Namen Hilary, was heutzutage für kichern sorgen würde. Seine Mutter war sehr religiös und konvertierte nach dem Tod des Vaters mit den Kindern zur römisch-katholischen Kirche. Diese in der Kindheit eingeimpfte und lieb gewonnene Religiosität behielt Tolkien bis zu seinem Tod. In seiner frühen Kindheit in Südafrika wurde er von einer Tarantel gebissen. Das ist wohl auch der Grund für die zahlreichen gefährlichen Spinnen in seinen Büchern. Nach der Rückkehr nach England, lebte er in ländlicher Idylle von Sarehole Mill. Dieser Ort wurde später zur Vorlage für das Auenland. Schon früh fiel sein besonderes Interesse an Sprachen auf und seine ganze schulische Bildung, von der Mutter und einem befreundeten Priester gefördert, baute darauf auf. Dort in dem kleinen Dorf hörte er zum ersten mal das Dialektwort "Gamgee" das Baumwolle bedeutet. Das wurde später zum Namen eines uns wohl bekannten und sympathisch, trotteligen Hobbits in Herr der Ringe. Seine Mutter brachte ihm nicht nur etwas Latein, Französisch und Deutsch bei, sondern brachte ihn auch mit Märchen von Andrew Lang, Alice im Wunderland, König Arthus und der Legende von Siegfried und dem Drachen Fafnir in Kontakt. Drachen spielen ja beim Hobbit eine größere Rolle. Wo das wohl herkam.



Das Zeitalter der Industrialisierung erlebte er hautnah nach einem Umzug nach Birmingham. Dort kam er mit weiteren Sprachen, unter anderem dem Walisisch im Kohlenviertel in Kontakt. Diese Sprache fand er besonders ansprechend. Sprachen hatten es ihm einfach angetan. Als er zwölf Jahre alt war, verstarb seine Mutter überraschend nach 6 Tagen diabetischen Koma. Er fand wohl tieferen Trost in seinem katholischen Glauben, der für ihn nicht wegzudenken war, und auch Einfluss in seinen Werken haben sollte. Dieses Ereignis brachte ihm eine eher pessimistische Grundhaltung ein und verfestigte sich in einem Glauben an Gut und Böse. Nur durch den vorübergehenden Sieg des Guten konnte das Böse in der Welt zurückgedrängt werden. Na erkennt ihr schon etwas ? Wir sprechen hier noch von einem 12 Jährigen Tolkien. Als wäre sein Leben eine einzige Reise zu seinen Büchern gewesen.

Tolkien kam nach dem Tod der Mutter mit seinem Bruder unter die Obhut des befreundeten Priesters. Dieser brachte die Jungs erst bei Verwandten und später bei einer befreundeten Pensionswirtin unter. Dort lernte Tolkien seine Jugendliebe und spätere Frau Edith kennen. Doch sein Vormund war nicht begeistert davon und verbot ihm bis zu seiner Volljährigkeit die Liaison. ( 21. Lebensjahr damals). In der dortigen Schule kam Tolkien zum ersten mal mit der Philologie, also der Gesetzmässigkeit von Sprache in Berührung und las zum ersten mal das Gedicht Beowulf, dass großen Eindruck auf ihn machte. Ebenfalls interessant fand er die Schriften "Sir Gawain and the Green Knight" und das Altnordische hatte es ihm als neuste Sprache in der Sammlung angetan. Später schrieb er bedeutende akademische Arbeiten über die alten Sagen und Texte. Zu dieser Zeit hatte er bereits schon begonnen eigene Sprachen zu entwerfen. Zuerst mit Grundlage des Spanischen doch dann wurde er auf das Gotische aufmerksam. 1911 gründete er mit einer Gruppe von Freunden eine Literaturgemeinschaft, TCBS- Tea Club Barrovian Society und schrieb erste Gedichte in denen Feenwesen vorkamen. In der Zeit zwischen dem Ende der Schule und seinem Studienbeginn in Oxford ( er brauchte zwei Anläufe für ein Stipendium, bekam es aber dann) machte er mit seinem Bruder und seinen Freunden einen Wanderurlaub in der Schweiz. Dort entdeckte er eine Postkarte mit einem Bild von einem alten Mann unter einer Kiefer mit Namen "Der Berggeist" des Malers Josef Madleners. Dieses wurde später Vorbild für den Zauberer Gandalf. Kein super hübsches Bild aber man erkennt es. Ein alter Mann mit langem weißen Bart und spitzem Hut, und Umhang. Berge ? Schneebedeckte Gipfel ? Eine Wandergruppe ? Kommt euch das bekannt vor ? Bruchtal ? Nebelberge ?


Er begann dann in Oxford zunächst klassische Sprachen und Literatur zu studieren doch einzig die vergleichende Sprachwissenschaft war seine Leidenschaft. Er verbrachte einen ganzen Sommerurlaub damit bei einem Kavallerieregiment im Sattel zu sitzen und stellte fest das nach dem Versuch mit dem Gotisch, Finnisch die Grundlage seiner höheren Elbensprache Quenya werden würde. Kavallerie ? Pferde ? Elben ?  klingelt da etwas ? Am Tage seiner Volljährigkeit schrieb er direkt an seine Jugendliebe Edith, die er wohl nie vergessen konnte, doch war sie leider mittlerweile mit jemand anderem verlobt. Doch Tolkien wollte sie nicht aufgeben, suchte sie persönlich auf und es gelang ihm sie umzustimmen. Ein Jahr später nachdem sie Katholikin geworden war verlobten sie sich. Zwei Jahre später wurde geheiratet. Wenn man "Beren und Luthien" von ihm gelesen hat wird einem auch hier vieles klarer. https://www.klett-cotta.de/buch/Weitere_Geschichten/Beren_und_Lúthien/79954



Er studierte weiter in Oxford, wechselte noch einmal das Fach und las dann im Rahmen des Studium Verse des angelsächsischen Dichters Cynewulf aus dem 9 Jahrhundert aus dem Werk Christ II, ein alter christlicher Literaturkanon. Dort heisst es übersetzt:

„Heil dir Earendel, strahlendster Engel,
über Mittelerde den Menschen gesandt“

Mit Mittelerde ist in den Versen die Welt der Menschen gemeint. Da es sich um christliche Verse handelt, vermute ich mal im Vergleich zur Welt des Himmels. Earandel lässt sich mit Lichtstrahl übersetzten und Tolkien hielt dies für einen Verweis auf den Morgenstern, also die Venus, die man am Himmel beobachten kann. Für Tolkien legten diese Zeilen den Grundstein seiner Arbeit. Sie beflügelten seine Fantasie so sehr, dass dieser kleine Vers der Ursprung seiner Mythologie wurde und Kenner der Bücher können bereits erahnen, wieviel Einfluss sie auf seine Bücherwelt gehabt haben. Kommt euch der Morgenstern bekannt vor ? Ich zwinkere hier immer wieder mit den Augen. Er schrieb ein Jahr später das Gedicht "The Voyage of Earandel, the evening star" und begann damit seine ganze ineinander verzahnte Mhytologie um Mittelerde. https://twilightswarden.wordpress.com/2011/06/18/the-last-voyage-of-earendel/

Auf die Frage eines Freundes wie er seine Gedichte schrieb antwortete er. "I don't know. I try to find out"

Dann kam der erste Weltkrieg. Tolkien beendete sein Studium ein Jahr nach Kriegsausbruch und wurde Offizier für Fernmeldewesen. Er nahm durch den Frontdienst, an der "Schlacht an der Somme" teil, die blutigste Schlacht des ersten Weltkrieges. Eine Erfahrung die ihn nachhaltig prägte. Große Schlachten kommen uns in den Büchern vertraut echt vor. Vielleicht genau aus diesem Grund. Er musste nicht imaginieren, er war dabei. Er entkam dem Frontdienst, indem er an Fleckfieber erkrankte und nach England zurück gebracht wurde. Dort ging es ihm schnell besser aber er erfuhr das zwei seiner Freunde aus dem Club im Krieg gefallen waren. https://www.klett-cotta.de/buch/Zur_Person_Tolkiens/Tolkien_und_der_Erste_Weltkrieg/41771



Trotzdem begann auch eine glückliche Zeit für Tolkien, zurück in England bekamen er und Edith nacheinander vier Kinder. Tolkien war ein Familienmensch und liebte seine Kinder sehr. Davon zeugen auch die Kinderbücher die er geschrieben hat. Besonders schön sind die Briefe die er seinen Kindern als Weihnachtsmann schrieb. Drei Söhne und eine Tochter und dort wurden seine glücklichen Tage zur Inspiration für sein Werk, Beren und Luthien. Die Geschichte, um die unsterbliche Lieben zischen dem Menschen Beren und der unsterblich schönen Elbin Luthien. Sie ist auch der Mittelpunkt des Silmarillion. Tolkiens allumfassenden Epos um seine gesamte Welt Mittelerde, an dem er fast sein ganzes Leben lang schrieb und was auf seinen Wunsch posthum von seinem Sohn Christopher veröffentlicht wurde. Wenn ihr Autor seid und denkt ihr braucht zu lange, dann lehnt euch jetzt entspannt zurück. https://www.klett-cotta.de/buch/Buecher_zum_Herrn_der_Ringe/Das_Silmarillion/13248



Tolkien schrieb im Laufe der Jahre viele Gedichte in denen bereits erste Grundzüge der Kreaturen die später in Herr der Ringe oder dem Hobbit auftauchen sollten erkennbar waren, zb das Gedicht "Glib" indem ein schleimiges, kleines Monster, mit schimmernden Augen, in der Dunkelheit einer Höhle lauert. Ein erster Entwurf für Gollum. Auch schrieb er Sagen um Turin Turambar. Nachzulesen im "Buch der verschollenen Geschichten" das 1980 veröffentlicht wurde. Dazu gibt es tolle, aber nicht ganz günstige Neuauflagen. https://www.klett-cotta.de/buch/Buecher_zum_Herrn_der_Ringe/Das_Buch_der_Verschollenen_Geschichten._Teil_1_+_2/5113



Auf viele Ideen kam Tolkien wohl auch, indem er seinen Kindern Geschichten erzählte. Ausserdem tauschte er sich immer wieder auch mit anderen begeisterten Literaturkennern aus. Einer seiner besten Freunde war Clive Staples Lewis der die Chroniken von Narnia schrieb. Der Hobbit war von ihm von vornherein als Kinderbuch konzipiert. Wohl einer der Gründe warum viele Bücherwürmer beim lesen oft stutzen und Herr der Ringe lieber mögen. Sie erwarten einfach etwas anderes. 1937 wurde der Hobbit erstmals veröffentlicht, nachdem der Sohn des Verlegers dem Buch eine positive Rezension gab. Da sieht man mal wieder was Rezensionen auch für eine Kraft haben können. In dieser Zeit hielt Tolkien den Vortrag "On Fairy-Stories"in dem er die Grundzüge des späteren Fantasy Genres bestimmte und gegen Kritiker und Vorwürfe des Eskapismus ( Realitätsflucht ) entschieden verteidigte. Als ob es nicht genau der Eskapismus wäre der uns Leser anlockt. Doch Tolkien verfolgte eher das Ziel, seinen realen Erlebnissen im Krieg ein literarisches Ventil zu geben. https://de.wikipedia.org/wiki/On_Fairy-Stories



Dann kam Weltkrieg Nummer zwei und das verzögerte Tolkiens weitere Arbeit. Der Herr der Ringe wurde dann erst 1954 erstmals veröffentlicht.  Die lange Wartezeit hatte aber auch mit Tolkiens absolutem Perfektionismus zu tun und ausserdem fand er keinen Verlag für das Silmarillion, dass ihm eigentlich mehr am Herzen lag. Tolkien scheint immer mehr für sich selbst geschrieben zu haben, weil er seine eigene Mythologie formvollenden wollte. Das wollten die Leser aber nicht unbedingt. Die warteten, sowie die Verleger, auf eine erfolgreiche Fortsetzung des Hobbits. Schliesslich einigte sich Tolkien mit seinem alten Verleger und aufgrund des exorbitanten Papierpreises nach dem Krieg,  erschien der Herr der Ringe in drei Teilen. Tolkien selbst hatte sogar sechs konzipiert. Er schrieb sogar an einer Fortsetzung der Trilogie, die Jahre später nach dem Tod der Protagonisten spielen sollte. Darin versucht ein Geheimbund aus Jugendlichen Sauron seine alte Macht wieder zu geben. Es war nur ein Romanfragment und wurde 1996 als "The New Shadow" von Christopher Tolkien veröffentlicht.

Am 2 September 1973 verstarb Tolkien mit 81 Jahren in Bournemouth. Er und seine Frau sind auf dem Wolvercote Cemetery in Oxford begraben. Neben ihren Namen John und Edith stehen auf dem Grabstein Beren und Luthien, als Zeichen einer den Tod überdauernden Liebe.

Fast alle seine Bücher werde im Klett-Cotta Verlag aktuell heraus gegeben, dort findet ihr auch die Hobbit Presse und könnt euch kostenlos die Tolkien Times, die einmal im Jahr erscheint downloaden.
https://www.klett-cotta.de/buecher/fantasy/tolkientimes

Ich hoffe ich konnte euch diesen außergewöhnlichen Autor etwas näher bringen, zur Edition Lieblingsautor von #buchpassion passt er für mich hervorragend.

Eure Paloma Pixel






dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag. Coverdownloads vom Klett Cotta Download Portal bereit gestellt. 


#Buchpassion Edition Lieblingsautor/in : Der Autor der das Fantasy Genre erschuf.

Kommentare

  1. Hallo Vanessa,

    vielen Dank für diesen schönen Beitrag, der einen wirklich guten Überblick über das Leben Tolkiens und seine Bücher gibt. Ich kann jetzt allzu gut verstehen, warum du in das Verfassen dieses Artikels so viel Zeit investiert hast und bin wirklich gerührt von der Mühe, die du dir gemacht hast. Aber mehr noch beeindruckt mich deine Begeisterung für Tolkien Danke!

    Janine

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    1. Danke Janine
      Ich habe mir wirklich Mühe gegeben und wenn man mir die Begeisterung für diesen tollen Autor anmerkt hab ich alles richtig gemacht würde ich sagen.
      Du aber auch mit deiner tollen Aktion. Daumen hoch dafür.

      lg Vanessa

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  2. *räusper ... nunja ... *hüstel - der Namen sagt mir natürlich etwas :D aber selbst etwas von ihm gelesen habe ich nicht. Dein Beitrag jedoch ist wirklich wundervoll ausgearbeitet! Wow!

    Wünsch dir noch einen mukkeligen Abend!

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    1. Hallo Janna
      Na dann wird es aber mal Zeit in ein Buch von ihm hinein zu schauen. Du musst ja nicht gleich mit dem Silmarillion starten, das ist eher trockene Lektüre oder du lädst die Hörbücher mit der Originalstimme von Gandalf, sehr schön gesprochen.

      lg

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  3. Liebe Vanessa,

    wow, was für en ausführlicher Artikel! Ich selbst habe ja über den Hobbit und dann die Filme zum Herrn der Ringe gefunden und liebe diese Welt mit all ihrer Komplexität. Ich gestehe aber: Das Silmarillion habe ich bisher nur angelesen hier stehen, denn es war dann doch etwas zu komplex. Dafür mochte ich sein Essay "On Fairy Tales" sehr und nehme das immer als Argumentationsgrundlage, wenn mir wieder mal jemand erklären will, dass Fantasy keine "richtige Literatur" ist.

    Hach ja, in diesem Sinne: Mae govannen ;)

    Liebe Grüße
    Sarah

    PS: Google nennt mich Kala... aha. Ich bins, von studierenichtdeinleben ;)

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    1. Hallo Sarah

      ja genau diesen Essay nehmen ich auch immer zur Argumentation und er war mit einer de Gründe warum ich direkt an Tolkien als Lieblingsautor bei Buchpassion dachte. Ohne ihn würde das Genre Fantasy vielleicht ganz anders aussehen ? wer weiß ?

      LG Vanessa

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