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Liebe, Lust und Leidenschaft in der Literatur






Ja, die Liebe. Ist sie nicht Hauptgegenstand oder zumindest Bestandteil von fast jedem Roman? Wir können und wollen einfach nicht ohne. Sie ist dabei so individuell und verschieden, wie ihre Leser und ist in fast jedem Genre vertreten. Doch die Liebe und vor allem sexuelle Vorlieben sind genau so einem Wandel unterzogen wie das, was gerade so ' IN ' ist auf dem Buchmarkt. Seit Büchern wie 'Feuchtgebiete' oder '50 Schades of Grey' hat auch die härtere Sprache in die Bücher und Köpfe Einzug gefunden. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Für mich hat Erotikliteratur, wie jede andere Literaturform auch, ihre Berechtigung. Was man gerne liest, liest man eben gern. Früher wurden Bettszenen geschmackvoll umschifft. Die Geschichte setzte am nächsten morgen wieder ein, vielleicht bei einem verstohlenem Blick im Morgengrauen oder einer blanken Schulter im Mondenschein. Auch hier gilt der Reiz dessen, was man nicht sieht bzw. nicht liest sondern nur erahnen kann ist größer als der blanke Busen ? Heute ist das anders.




Ganz anders. Ficken, bumsen, blasen ist auch in der Literatur vulgärer geworden. Nicht nur im Fernsehen oder in anderen Medien hat die Übersexualusierung Einzug gehalten. Selbst im Young Adult Bereich gehört es schon zum guten Ton, dass mindestens eine heisse Liebesszene zwischen dem sexy Badboy und der aufopferungsvollen Schönheit stattfindet. Ohne die Liebe im Buch wären viele Leser enttäuscht und unsere Überberieselung dieser Zeit bringt eben mit sich, dass wir auch in dieser Hinsicht ein wenig abstumpfen. So manch eine Sexszene ist so plastisch beschrieben, dass man selbst aus Angst beim lesen schon zum Verhüterli greifen will. Das kann zwar für den nötigen Pfeffer im Buch sorgen aber auch in die Hose gehen, denn die Szenen können ein Buch kaputt machen. Denn auch hier zerstören all zu unrealistische Beschreibungen die Stimmung, wie ein zu großer Push Up BH. Beim lesen in der Bahn muss man aufpassen, wer einem über die Schulter schaut und rote Ohren bekommt. Auch wenn es gerne mal zur Sache gehen darf, wir sind hier ja alle zumindest halbwegs erwachsen, Bücher mit mehr Koitus als Handlung lege ich gerne wieder beiseite.  Ich denke nichts ist schwieriger für einen Autor, als eine gute Liebesszene auch körperlich zu schreiben. Positives Beispiel für gut gelungene Balance zwischen Sex und Handlung oder Handlung und Sex, z.B. Samantha Young.

Sexuelle Vorlieben oder Orientierungen spielen auch beim lesen eine Rolle. Gefällt einem die Liebesbeziehung der Protagonisten oder nicht ? Das entscheidet oft auch darüber, ob einem das Buch gefällt oder eben nicht. Das obligatorische Liebesdreieck zwischen einer Frau und zwei Männern ist spätestens seid Twilight so beliebt. Man findet im Jugendbuch und New Adult Bereich kaum noch ein Buch in dem es nicht vor kommt. Auf Dauer empfinde ich das ernsthaft ermüdend. Auch auf den Zug des Quotennerds oder Homosexuellen ( ohne jetzt diskriminierend sein zu wollen ) wird von manchem Autor aufgesprungen ohne das es in der Story sinnvoll eingebunden ist. Gerade im Jugendbuch Bereich sollten sexuelle Orientierung jeder Art völlig normal und nebensächlich sein. Das wäre wünschenswert ist aber oft leider nicht so.Bei manch einem Autor wirkt es zu bemüht. Hier kann ich nur immer wieder Cassandra Clares Bücher als positives Beispiel nennen.

Love Letter Convention oder die riesige Auswahl an Chicklit und Liebesromane zeigen uns was Frauen angeblich wollen. Sogar mein Mann bemerkte, während eines Abendessen zwischen Erbsen und Reis, das Mann aus Liebesszenen aus Büchern ja eventuell etwas lernen könnte. Ich wäre fast an meinen Erbsen erstickt, denn wenn ich mir jetzt vorstelle, dass mein Mann auf das Muster der unrealistischen Schönlinge in so manchem Buch passen sollte, puh. Ich halte mich da doch lieber an greifbare und reale Werte als an Diamantglitzer und Sternenstaub. Trotzdem gibt es tausende junge Mädchen die mit einem Ideal aus 'Selection' im Kopf spazieren gehen, was ich nicht immer günstig finde. Weder um einen echten Partner zu finden noch um ein selbstbewusstes Frauenbild zu entwickeln. Wollen wir wirklich immer zwischen zwei Männern stehen ? Stehen uns unsere eigenen Wunschvorstellungen im weg ? Möchte ich eine starke Frau oder ein armes Mäuschen sein oder beides ? Muss jeder Typ smaragdgrüne oder saphirblaue Augen haben ? Fördert es Toleranz in jedem Buch einen Stereotypen zu haben ? Selten fand ich Jungs in Büchern so an einen immer gleichen Typus angepasst, wie in letzter Zeit. Wenn alle Männer wären, wie in unseren Büchern wäre das nicht langweilig ? Mal ganz abgesehen davon, dass männliche Protagonisten in Büchern, die sich eindeutig an Frauen richten genau so geschrieben werden, dass sie auf den allgemeinen Anschmachtgeschmack passen und damit als Figuren oft an Schärfe und Profil verlieren, anders herum bei Weiblichen Figuren im Roman für Männer ? Öh es gibt Romane für Männer ?

Die Stereotype wird es immer geben und sind beim schreiben ja auch gewollt. Man braucht etwas um sich mit den Personen zu identifizieren. Einen gemeinsamen Nenner an Geschmack, Aussehen oder eben sexueller Orientierung. Das ist auch in Ordnung aber sollte niemals unreflektiert bleiben. Wir sollten uns fragen ob wir wirklich, wirklich so etwas wollen oder ob es bei der blossen Schwärmerei bleibt. Möchte ich wirklich immer den selben Einheitsbrei zum Typus Mann lesen ? Ich persönlich sage da ganz klar nein und wäre für ein toleranteres Männer- als auch Frauenbild in Geschichten. Ich möchte klare,starke Charaktere, egal welcher sexuellen Orientierung und ich möchte weg vom Einheitsklischeebrei. Was soll aus jungen Mädels werden die dem Prinzessinennideal folgen ? Gerade wer die #neinheisstnein Debatte in den letzten Wochen verfolgt hat, stellt vielleicht mit mir fest das auch sexualisierte Gewalt in so manchem Buch eine Rolle spielt. Aber auch ein Frauenbild, dass nicht gerade begünstigend für diese Debatte wirkt und das eben leider oft in Jugendbüchern. Aber was in der Realität schon nicht funktioniert, scheint leider auch keinen Einzug in die Fiktion zu finden. Ansonsten gilt für jeden Topf seinen Deckel und für jedes Buch seinen Leser.



Ich wünsche euch einen sexy Montag, seit mutig, seit tolerant. Und ja auch ich lese gerne mal kitschige Klischee Liebesromane ;-)

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.
Liebe, Lust und Leidenschaft in der Literatur

Kommentare

  1. Wie immer ein toller Beitrag!
    Ich habe gestern noch darüber nachgedacht, dass es nicht wirklich hilfreich ist, wenn der einzig Homosexuelle im Buch immer nur der schwule beste Freund ist.
    Ansonsten stimme ich dir auch absolut zu und weiß nicht so ganz, was ich von dieser Abstumpfung halte. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass solche Bücher existieren, aber sowohl Männer- als auch Frauenbild darin sind meistens viel zu perfekt und glatt und einfach nicht mein Geschmack.

    Ich fand es letztens mal wirklich erfrischend, ein Buch gelesen zu haben, in dem gar keine Liebesgeschichte vorkam. Und: Es ging auch super ohne! :D

    Liebe Grüße
    Anabelle

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    1. Da hast du recht, es geht auch super ohne, aber wenn doch, dann bitte mit Stil ;-)

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