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Das Haus der verlorenen Seelen - Britta Bolt - Amsterdamer Rotlichtflair weitab vom Klischee



Ich bin ein bisschen verliebt, jedes Mal wenn ich ein Pieter Posthumus Buch von Britta Bolt lese verliebe ich mich in Amsterdam und möchte direkt dort hin. Ein Wochenende an sonnigen Grachten entlang schlendern, den tausenden Fahrradfahrern ausweichen und am Ende in der urigen Kneipe "de Dolle Hond" einkehren die im Buch immer so heimelig beschrieben wird. Allerdings möchte ich nicht in den Teil verstrickt werden, in dem Pieter Posthumus immer hinein stolpert. Der hat immer mit Mord und Totschlag zu tun, nicht die ideale Urlaubserfahrung würde ich sagen. Doch Pieter packt es immer, er kann das schnüffeln und Puzzlestücke zusammen setzten nicht lassen, selbst wenn er sich selber dabei in Gefahr bringt.

"Das Haus der verlorenen Seelen" ist sein zweiter Fall. Man kann das Buch aber auch einzeln lesen, man versteht die Geschichte auch so, es wird ein bisschen etwas zu seinem Hintergrund erzählt. Ich persönlich würde es aber vorziehen, die Reihe von vorne an zu fangen. Das erste Buch " Das Büro der einsamen Toten" habe ich ebenfalls gelesen und rezensiert. Zur Rezi geht es hier :




Bei diesem Fall ist Pieter Posthumus persönlich involviert, da seine Freundin Anna und ihre Nachbarin und Freundin Marloes direkt betroffen sind. Ohne böse Vorahnung sitzt er bei Anna in seiner Lieblingskneipe als Marloes herein gestürmt kommt und erzählt, dass in ihrem Gästehaus nebenan ein Mord passiert ist. Es dauert nicht lange und Marloes wird verdächtigt die Täterin zu sein, doch Anna will das nicht glauben und bittet Posthumus selber Ermittlungen anzustellen. Der lässt sich nicht zweimal bitten aber schnell stellt sich heraus, dass das vielleicht doch keine so gute Idee war. Denn manchmal kommt es nur auf fünf Minuten an die unser ganzes Leben ändern können.

Der zweite Fall ist spannend und was mir immer besonders gut gefällt, ist das die Bücher bis zum Ende jede Menge "Drive" haben. Man weiß selber nie wer der Täter ist und kann bis zum Schluss miträtseln. Zusammen mit Pieter setzt man Stück für Stück die Geschichte zusammen und fühlt, bangt und ermittelt mit. Allerdings war er in diesem Buch irgendwie angeschlagen, da er so persönlich verwickelt war, wirkte er auf mich zurückhaltender, müder und nicht so aufgeweckt wie im ersten Buch. Er ist ja sowieso ein Ermittler der in kaum ein Detektivklischee passt. Pedantisch, sehr auf gutes Essen und ausgewählte Kleidung bedacht, dem Luxus nicht abgeneigt aber auch ein wenig einsam. Ein paar Züge des "guten deutschen Beamten" hat er auch. 
Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine Fälle im Büro der einsamen Toten, versucht den Leuten die niemanden mehr haben einen Rest Würde zu bewahren durch ein schönes Begräbnis, ein paar letzte persönliche Worte. Dazu schnüffelt er von berufswegen in ihren Sachen, um Dinge über sie zu erfahren. Genau das macht ihn zu einem besonderen Ermittler. Er sieht nicht die Beweise, er sieht die Menschen und verlässt sich ganz auf sein Bauchgefühlt. 

Dieses Techtelmechtel mit Anna hat mich aber ein bisschen gestört, es hat für mich zu viel Raum eingenommen im Buch. Ich wollte lieber Pieter mehr rätseln sehen, als diese Szenen haben. Das ist aber persönliche Vorliebe würde ich sagen. Er gerät in eine ganz persönliche Zwickmühle und muss sich entscheiden. Es kann ihn viel kosten wenn er sich irrt und dadurch wirkte er als Ermittler auch so gehemmt. Ich hoffe das im dritten Buch dann wieder mehr Abstand zwischen Fall und Pieter kommt. Ich kann diese Krimireihe nur uneingeschränkt empfehlen, von den tollen Covern der die Schreibweise bis zu seinem aussergewöhnlichen Ermittler stimmt hier einfach alles, was ich von einem guten Buch erwarte.

Autor:
Britta Bolt
Titel:
Das Haus der verlorenen Seelen
ISBN:
978-3-455-40563-7
Seiten:
320
Erscheinungsdatum:
10.03.2016 bei Hoffmann und Campe, Hardcover mit Schutzumschlag



Den dritten Teil gibt es auch bereits, dieses Mal heisst der Fall "Der Tote im fremden Mantel". Dieses Buch werde ich auch noch lesen und rezensieren. Ich freu mich schon drauf. http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/der-tote-im-fremden-mantel-buch-8366/

Downloadbild von Hoffmann und Campe


Ich wünsche euch einen Spürnasentag

Eure Paloma Pixel



dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechten liegen beim Verlag.

Das Haus der verlorenen Seelen - Britta Bolt - Amsterdamer Rotlichtflair weitab vom Klischee

Kommentare

  1. Ahhhh wie gut - das ist ja der perfekte Buchtipp für mich!
    Ende September geht es für ein paar Tage nach Amsterdab :)

    Vielen Dank für die wundervolle Besprechung, die Reihe hab ich mir gleich mal notiert.

    Liebe Grüße
    Bella

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    1. Ha, na dann wünsche ich dir viel Spaß beim lesen und viel Spaß in Amsterdam. Die Bücher eignen sich auch als Reiseführer denn alle Orte gibt es wirklich. Die Autoren leben da 😊

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    2. Oh das ist ja super! Hoffentlich kann ich eins der Bücher kurzfristig in meine Leseplanung quetschen, so dass ich evt. auch mal ein paar Handlungsorte besuchen kann :)

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